Bebauungsplanverfahren WEI 7 "Am See" in Worms-Weinsheim, Flur II,

Betreff
Bebauungsplanverfahren WEI 7 "Am See" in Worms-Weinsheim, Flur II, hier: Aufstellungsbeschluss gemäß § 2 Baugesetzbuch (BauGB)
Vorlage
60/084/2005
Aktenzeichen
60.1 Ko/Bl
Art
Beschlussvorlage

 

Zu dem Antrag wird berichtet:

 

Das geplante Baugebiet gliedert sich in drei unterschiedliche vorgeprägte Nutzungsgegebenheiten.

 

Der westliche Bereich am „Niedesheimer Pfad“ hat sich in den letzten 25 bis 30 Jahren zu einem Biotop mit einer unterschiedlichen Tier- und Pflanzenwelt entwickelt. Diese Fläche nimmt ca. 1/3 des Plangebietes ein und würde bei einem baulichen Eingriff zu erheblichen Ausgleichsmaßnahmen führen. Die Ausgleichsfläche müsste wahrscheinlich größer als die Eingriffsfläche sein.

Die Umweltverbände und die Landespflege werden voraussichtlich erhebliche Bedenken gegen einen Eingriff in diesem Bereich vorbringen.

 

Der zweite Abschnitt ist eine vorhandene Gewerbebrache, die in der Vergangenheit als Schrottverwertungsplatz genutzt wurde. Der Abriss dieser Gewerbebrache ist städtebaulich zu begrüßen. Des Weiteren müsste das Gelände auf Altlasten untersucht werden, da auf Grund der jahrelangen Schrottverwertung eine Bodenverunreinigung nicht ausgeschlossen ist. Die Gewerbebrache und Fläche selbst wird durch einzelne Baum- und Strauchbestände unterbrochen und umfasst ebenfalls ca. 1/3 der Gesamtfläche.

 

Der dritte Abschnitt im Ostbereich des Plangebietes ist eine überwiegend landwirtschaftlich genutzte Fläche. Nur im südlichen Teilbereich ist auf einer Tiefe von ca. 35 m eine Grünfläche vorhanden. Nachteilig für diesen Bereich ist die in ca. 60 m Abstand verlaufende Bahnlinie von Worms nach Ludwigshafen/Mannheim. Auf dieser Strecke verkehren besonders nachts Güterzüge mit erhöhter Lärmbelästigung. Sollte hier ein neues Baugebiet geschaffen werden, müssten Schallschutzmaßnahmen ergriffen werden. Für den Eingriff in landwirtschaftliche Flächen ist ebenfalls ein Ausgleich erforderlich.

 

Zusammenfassend muss man feststellen:

 

·         Die Erschließung des gewünschten Baugebietes ist über das entstandene Biotop von Westen möglich. Nachteilig wäre die Zerschneidung und Störung des gewachsenen Biotops. Alternativ wäre eine einseitige Erschließung über den Viehweg mit wachsendem Bebauungsdruck zum frei zu haltenden Eisbachtal oder eine Privaterschließung über das bestehende Wohngebiet „Am See“. Diese Alternative dürfte wohl verkehrstechnisch nicht ausreichend sein.

·         Sollte  der  gewachsene  Biotop insgesamt  einer  Bebauung weichen, ist ein Aus-

gleich im gewünschten Plangebiet nicht möglich.

·         Die vorhandene Gewerbebrache ist auf Altlasten zu untersuchen.

·         Im Osten des Plangebietes sind Schallschutzmaßnahmen zur vorhandenen Bahnstrecke sowohl im Westen, wie im Norden zu ergreifen.

 

Auf Grund des aufgezeigten Sachverhaltes bitten wir um Beratung der aufgezeigten Fakten und Beschluss, ob die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens gewünscht wird. Die Grundstückseigentümer übernehmen die gesamten Kosten des Verfahrens einschließlich der Erschließung.

 

 

Anlagen:

 

Übersichtsplan

 

Beschlussantrag:

 

Der Bauausschuss wird gebeten, folgenden Beschlussanträgen zuzustimmen:

 

„Der Stadtrat beschließt gemäß § 2 Baugesetzbuch (BauGB) die Aufstellung des Bebauungsplanes WEI 7 für das Plangebiet Weinsheim „Am See“, Flur II.

 

Das Plangebiet wird wie folgt begrenzt:

 

Im Norden:            durch den Viehweg,

 

im Osten:            durch den Wirtschaftsweg Nr. 117,

 

im Süden: durch die Südgrenze der Flurstücke Nrn. 1/152, 1/160, 1/159, 1/158, 1/157, 1/156, 1/155, 1/155, 1/154, 1/153, 1/149, 1/148 und 1/125,

 

im Westen: durch den Niedesheimer Pfad.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Keine, da Bebauungsplan und Erschließung über Erschließungsvertrag erfolgen